Zu den Nebenwirkungen, die unter der Einnahme von Cialis vorkommen können, zählt unter anderem die Dauererektion (Priapismus). Sie gehört den am seltensten vorkommenden Nebenwirkungen. Unter bestimmten Umständen erhöht sich allerdings das Risiko, eine Dauererektion nach einer Cialis-Verabreichung zu erleiden, die einer Behandlung bedarf.

Was ist ein Priapismus?

Unter Priapismus ist einer Dauererektion zu verstehen, die mindestens zwei Stunden anhält. Während dieser Zeit bleibt der Penis entweder in einem durchgehend anhaltenden erektilen Zustand oder dieser wird kurzzeitig unterbrochen und der Penis versteift sich darauf hin wieder.

Die Erektion beim Priapismus ist grundsätzlich unabhängig von sexueller Stimulierung oder Lustgefühlen. Bei einer normalen Erektion werden vom Gehirn Signale aufgrund sexueller Simulationsreize entsendet, die eine Erektion hervorrufen. Bei der Dauererektion wird diese durch eine Fehlfunktion beziehungsweise Störung des Blutflusses ausgelöst. In den meisten Fällen zeigt sich der Priapismus als Nebenwirkung von Cialis in der sogenannten Low-Flow Form.

Dauererektion
Die normale Erektion kommt durch einen gesteigerten Zufluss und gehemmten Abfluss des Blutes in die Schwellkörper zustande. Priapismus ist definiert als eine Erektion des Penis ohne sexuelle oder mechanische Reize.

Low-Flow Dauererektion

Durch die Wirkung von Cialis erweitern sich die Blutgefäße und die glatte Muskulatur entspannt sich, so dass mehr Blut in die Schwellkörper gelangen kann, um eine (verbesserte) Erektion auszulösen.

Bei der Low-Flow Form wird ein Priapismus bezeichnet, bei dem das Blut anschließend durch eine Blockade in den Venen nicht mehr ungehindert oder gar nicht abfließen kann. Das Blut staut sich in den Schwellkörpern und es kommt zu einer außerordentlichen Verhärtung des Penis.

Solange der Blutstau anhält, so lange bleibt die Verhärtung bestehen. In manchen Fällen besteht keine vollständige Blockierung, sodass sich der Zustand kurzfristig wieder legen, aber auch wieder erneut eintreten kann.

Je länger der Blutabfluss blockiert ist, desto weniger kann sauerstoffreiches Blut nachfließen und das Penis-/Schwellkörpergewebe optimal versorgen. In der Folge entsteht meist eine leicht bläuliche Färbung der Eichel.

Im Penis staut sich mit dem Blut ebenfalls ein hoher Druck an, der starke Schmerzen hervorrufen kann. Low Flow ist beim Priapismus die häufigste vorkommende Form, die bei rund 90 Prozent der betroffenen Männer diagnostiziert wird.

High-Flow Dauererektion

Circa 10 Prozent der an einer Dauererektion leidenden Männer, weisen die sogenannte High Flow Form auf. Bei dieser fließt zu viel Blut, meist durch ein Leck in einer Arterie, in die Schwellkörper. So schnell und massig es einfließt, so langsam kann es aber nur herausfließen.

Es entsteht ebenso ein leichter Blutstau, der im Gegensatz zur Low-Flow Form, in der Regel eine deutlich geringere Penis-Verhärtung mit sich bringt. Schmerzen begleiten die High Flow Form meist nicht.

Die High Flow Form entsteht überwiegend durch eine Verletzung und kommt als Nebenwirkung nach einer Cialis-Einnahme nur in den seltensten Fällen und unter bestimmten Umständen vor.

Welche Ursachen hat eine Dauererektion?

Durch die Einnahme von Cialis erhöht sich Blutdurchfluss in die Schwellkörper und dort eine Erektion auslösen. Die Hauptursachen für eine Dauererektion sind je nach vorliegender Priapismus-Form, in einem übermäßigen Blutfluss zu finden (High-Low) oder in einer Blockade/Störung beim Blutabfluss (Low-Flow).

Wo genau die Auslöser für diese funktionellen Störungen liegen, kann in den meisten Fällen nicht belegt werden.

Ursachen für die High Flow Dauererektion

Bei der High-Flow Form liegt ein vermehrter Blutfluss vor, der bei einer Überdosierung von Cialis ebenso ausgelöst werden kann, wie durch ein Leck in einer Arterie, wodurch sich vermehrt arterielles Blut in den Schwellkörpern sammelt. Bei arteriellem Blut ist der Pumpdruck deutlich höher und es kommt zu einer unnatürlich hohen Blutansammlung in den Schwellkörpern.

Das Leck entsteht überwiegend durch Verletzungen im Beckenbereich. Sind die Gefäße durch eine Krankheit, wie zum Beispiel Diabetes vorgeschädigt, kann durch einen erhöhten Druck, der durch die Cialis-Wirkung und den vermehrten Blutfluss entsteht, ebenfalls ein Leck entstehen, wenn die geschädigten Gefäßwände dem Druck nicht standhalten.

Ursachen für die Low-Flow Dauererektion

Bei einer Erektion fließt das Blut in die Schwellkörper und ruft die Penissteife hervor. Während dieser Phase verengt sich die Vene, aus der das gestaute Blut mit Abklingen der Erektion und/oder nach einer Ejakulation wieder ablaufen soll. Kommt es hier zu einer Funktionsstörung, öffnet sich die Vene nicht oder nicht ausreichend, so dass der Blutabfluss nicht oder nur bedingt erfolgen kann.

Wenngleich ein Priapismus als Nebenwirkung von Cialis nur selten auftritt, so können verschiedene Faktoren dazu führen, dass das Risiko diese Nebenwirkung zu erleiden, deutlich erhöht wird.

Dazu zählen zum Beispiel einige Medikamente, welche die Wirkung von Cialis deutlich verstärken, und/oder dazu beitragen, dass der Blutfluss zusätzlich angeregt wird oder anderweitig Einfluss auf ein intaktes Funktionieren im Penisbereich nehmen. Zu diesen Medikamenten gehören zum Beispiel:

  • Blutverdünnende Arzneimittel
  • Antidepressiva
  • Medikamente gegen Epilepsie (Antiepileptika)
  • Blutdrucksenker
  • Schlaf- und Beruhigungsmittel

Ein erhöhtes Risiko, einen Priapismus als Nebenwirkung nach einer Cialis-Einnahme zu erleiden, besteht vor allem nach einer Überdosierung. Hier sollte berücksichtigt werden, dass nicht nur eine erhöhte Cialis-Dosierung zu einer Überdosierung führen kann.

Auch verschiedene Medikamente, die gleichzeitig beziehungsweise innerhalb des Wirkungszeitraumes von Cialis eingenommen werden, können eine Dauererektion auslösen. Hier sprechen Mediziner von einer Wechselwirkung.

Eine verstärkte Cialis-Wirkung kann zum Beispiel durch folgende Medikamente/Wirkstoffe erreicht werden:

  • Arzneimittel gegen Pilzerkrankungen, wie beispielsweise Itraconazol oder Ketoconazol
  • Medikamente zur Behandlung gegen bakterielle Infektionen, wie Erythromycin
  • Andere Potenzmittel, unabhängig vom Wirkstoff
  • Medikamente zur HIV-Behandlung wie zum Beispiel Cimetidin sowie Ritonavir
  • Gefäßerweiternde nitrohaltige Arzneimittel

Liegen bestimmte akute Erkrankungen oder Vorerkrankungen vor, können diese ebenfalls das Risiko von Nebenwirkungen erhöhen und zu einem Priapismus führen. Dazu gehören vor allem Blut-Erkrankungen wie beispielsweise Leukämie sowie Krankheiten, welche die Gefäße stark schädigen können, wie Diabetes mellitus. Erkrankungen, welche die Blutgerinnung stören, zählen ebenfalls dazu.

In vielen Fällen steht ein Priapismus nach einer Cialis-Einnahme in Verbindung mit Alkohol. Hier rät der Hersteller Cialis-Patienten, dringend auf Alkoholkonsum, während der Wirkungszeit von Cialis, vor allem in übermäßigem Maße, zu verzichten. Wenngleich geringe Alkoholmengen sexuell stimulierend wirken können, so verstärken sie die Cialis-Wirkung und erhöhen damit das Risiko Nebenwirkungen in Form eines Priapismus zu erleiden. Drogen, wie Cannabis oder Kokain können den gleichen Effekt auslösen.

Welche Folgeschäden kann ein Priapismus haben?

Welche Folgeschäden bei einem Priapismus zu erwarten sind, hängt in erster Linie von der Schwere sowie der Dauer ab, wie lange die Dauererektion angehalten hat.

Wird sie zügig behandelt oder geht nach kurzer Zeit selbst zurück (nur bei Low Flow möglich), ist in der Regel mit keinen Folgeschäden zu rechnen.

Je später eine Dauererektion behandelt wird beziehungsweise länger anhält, desto höher steigt das Risiko eines gesundheitlichen Folgeschadens. Dieser zeigt sich meist als eine erektile Dysfunktion. Diese kann über dauerhafte Erektionsstörungen bis hin zum totalen Potenzverlust führen.

Da durch den Blutstau bei der Low-Flow Form ein Sauerstoffmangel entstehen kann, wird dadurch das Gewebe im Schwellkörper nicht mehr ausreichend versorgt und es könnte zu einer sogenannten Gangräne kommen. Darunter ist ein “Gewebefrass” zu verstehen, bei dem das Gewebe abstirbt.

Eine Penisverkrümmung (Penisdeviation) kann ebenfalls die Folge eines Priapismus sein und sich so stark ausprägen, dass kein Geschlechtsverkehr mehr möglich ist.

Behandlungsmöglichkeiten von Priapismus

Bildet sich eine Dauererektion der Low-Flow Form nicht von selbst zurück oder sollte es sich um eine High-Low Form handeln, sollte eine Behandlung innerhalb von sechs bis sieben Stunden, aber spätestens nach zwölf Stunden ab Beginn des Zustandes eingeleitet werden, um das Risiko von Spätfolgen zu minimieren.

Bei der Behandlung von einem Low-Flow Priapismus wird in der Regel als erstes ein Medikament verabreicht, dass eine Muskelentspannung herbeiführt. Durch diese kann in vielen Fällen die venöse Blockierung aufgehoben werden und das angestaute Blut abfließen. Meist wird das Medikament direkt in den Penis injiziert, um effektiver und zügiger wirken zu können.

Zusätzlich steht eine Punktion als Behandlungsmethode zur Auswahl. Dabei wird eine Spritze in den Schwellkörper geführt und das angestaute Blut herausgezogen. Der Druck lässt unmittelbar nach und im Idealfall löst sich die Blockade.

Helfen weder Medikamente noch eine Punktion, wird operativ vorgegangen und ein sogenannter Shunt eingesetzt. Mit diesem werden zwei Venen miteinander verbunden, um eine neue Ablaufmöglichkeit für das Blut zu schaffen und die blockierte Vene zu umgehen.

Bei einer High Flow Dauererektion liegt der Behandlungsschwerpunkt in der Schließung des Lecks. Dazu bedienen sich die Ärzte einer Angiografie, bei der mit Hilfe von Kontrastmittel der Punkt der Blutauströmung genau ermittelt wird. Anschließend wird ein künstlicher Gefäßverschluss durch einen Katheder eingeführt und das Leck damit verschlossen.

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Quellen:

  1. Medical and surgical management of priapism. In: Postgrad Med J. 2006 Feb; 82(964): 89–94. URL: ncbi.nlm.nih.gov, abgerufen am 4. Juni 2018
  2. Dallinger B, Haidinger G, Maier M, Fernbach N.: Leitlinie Priapismus. In: Journal für Urologie und Urogynäkologie 2008; 15 (Sonderheft 6) (Ausgabe für Österreich), 9. URL: www.kup.at, abgerufen am 4. Juni 2018 (PDF)
  3. Macaluso JN (1985). “Priapism: Update for the non-urologist“. Sexual Medicine Today. 9: 11–15.
  4. Vgl. Roche Lexikon Medizin, 4. Auflage, München 1999, S. 1366
  5. B. Hoschke: Priapismus Diagnostik und Therapie. In: Urologische Klinik der CTK – Cottbus gGmbH. URL: andrologiebb.de, abgerufen am 4. Juni 2018 (PDF)
  6. Broderick GA: Priapism and sickle-cell anemia: diagnosis and nonsurgical therapy. In: Sex Med. 2012 Jan;9(1):88-103. URL: ncbi.nlm.nih.gov, abgerufen am 4. Juni 2018
  7. Brigitte Woggon: Behandlung mit Psychopharmaka. 2., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage 2005. © Verlag Hans Huber, Hogrefe AG, Bern 1998/2005
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